INTEGRITY

Projektlaufzeit
06.2008 - 05.2011
Projektauftrag
7. Rahmenprogramm der EU-Kommission

Das INTEGRITY Projekt zielt auf signifikante Verbesserungen der Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit von globalen Door-to-Door Containertransporten durch die Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Transportindustrie und zuständigen Zollbehörden im China-EU Handelskorridor ab. Die Konsolidierung der Daten soll dabei erheblich zur Optimierung der Transparenz der Transportkette beitragen. Gleichzeitig wird die Containersicherheit deutlich erhöht, zum Beispiel durch den Zugang zu zuverlässigen Sendungsinformationen.

Der Kern des Projektes ist die Entwicklung des Shared Intermodal Container Information System (SICIS), welches autorisierten Unternehmen und Behörden ermöglicht, auf Planungs- und Statusinformationen von ausgewählten Sendungen zuzugreifen. Die Herausforderung von SICIS liegt in der Kombination von bestehenden Technologien und neuen Geschäftsprozessen zusammen mit rechtlichen und administrativen Vereinbarungen. Proaktive Planung im Sinne des Supply Chain Event Management (SCEM) Ansatzes erlaubt es, Probleme zu prognostizieren lange bevor sie auftreten. Dafür sind übereinstimmende Logistikdaten mit Sicherheitsinformationen einschließlich der Daten aus elektronischen Siegeln, Container Security Devices und Scanner sowie die Integration des Authorized Economic Operator (AEO) Konzepts grundlegende Maßnahmen.

Im September 2009 - nach einer Projektdauer von einem Jahr - startete die IT-Plattform SICIS damit, Container entlang der gesamten logistischen Kette durch die Konsolidierung aller relevanten Daten und Ereignisse, die während des Transports generiert werden, zu verfolgen. Seitdem überwacht SICIS regelmäßig Container auf Ihrem Door-to-Door Transport von China nach Europa. Es wurden Schnittstellen zu Terminal-Betriebssystemen entwickelt, um Terminal-Daten in das System einzuspeisen. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Verknüpfung der Container Monitoring Daten mit AIS Vessel Tracking Informationen, die von Satelliten zur Verfügung gestellt werden. Ein wichtiges Feature von SICIS - insbesondere für den Zoll - ist die Möglichkeit, Sendungsdaten hochzuladen, die durch die Behörden zur Optimierung der Risikobewertung verwendet werden können.

SICIS ist eine offene IT-Plattform. Das System kann problemlos an jede Handelsroute weltweit angepasst werden. Aufgrund seiner ausgeklügelten Möglichkeiten von Schnittstellen gibt es praktisch keine Einschränkungen beim Datenaustausch mit anderen Systemen. Unter anderem wurden Schnittstellen zu anderen Plattformen entwickelt, beispielsweise zum EU-Projekt Smart-CM, das sich mit ähnlichen Aspekten der Containersichtbarkeit beschäftigt oder zum CHINOS-Projekt, das RFID in der Containerlogistik zum Thema hat. Darüber hinaus wurde der Datenaustausch mit neuen Kooperationspartnern wie DP World etabliert, die den Datenaustausch mit SICIS in Verbindung mit dem Projektpartner Hutchison Port Holdings eingeführt haben.

SICIS ist in der Lage, mit jeder Art von Container Security Device (CSD) zu interagieren. Schnittstellen zum CSD Anbieter Savi Networks sowie den in China ansässigen CIMC und Long Sun wurden entwickelt, Verhandlungen mit weiteren CSD Anbietern sind im Gange. CSDs sind verantwortlich für die Initiierung der Containerüberwachung durch Senden eines "Start Journey" Ereignisses, wenn die Containertüren geschlossen werden und für die Zusendung sicherheitsrelevanter Ereignisse wie beispielsweise „Door Open“. Darüber hinaus bieten CSDs regelmäßige Updates der Containerposition mit Hilfe von GPS an. Allerdings bleibt anzumerken, dass der INTEGRITY-Ansatz in keiner Weise abhängig von CSDs ist, da die Ausstattung jedes Containers mit einem CSD in naher Zukunft unwahrscheinlich ist. Daher ist SICIS auch in der Lage, die Überwachung herkömmlicher Container vorzunehmen, die nicht mit einem CSD ausgestattet sind.

Insgesamt werden also sowohl Zollbehörden als auch Verlader/3PLs mit einem integrierten Ansatz zufrieden gestellt. Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die Verbesserung der Supply Chain Visibility erhebliche Vorteile für alle Beteiligten in der Kette bietet, sowohl der Industrie als auch dem Zoll. Das INTEGRITY-Projekt wird von der Europäischen Kommission im 7. Rahmenprogramm für Forschung & Entwicklung gefördert und unterhält Verbindungen zu mehreren EU-Generaldirektionen.